Königspython

Der Köpy, wie er auch liebevoll genannt wird, ist eine der populärsten Schlangen in der Terraristik. Der Grund ist sein attraktives Äußeres, seine ruhige Art und für eine Riesenschlangen geringe Größe.
Das sind auch die Hauptgründe des sehr großen Importes dieser Riesenschlange. Er wird für wenig Geld in fast jeder Tierhandlung angeboten, denn deutsche Nachzuchten (DNZ) sind selten und teurer.
Trotzdem sollte man bei Neuerwerb auf eine DNZ zurückgreifen, denn Wildfänge bereiten mitunter große Schwierigkeiten. Das heißt nicht, das Nachzuchttiere problemlos zu halten sind. Dazu gibt es in nachfolgenden Ausführungen mehr.
Der lateinische Name ist Python regius, wird auch Ball Python genannt – da er sich bei Gefahr wie ein Ball zusammenrollt.

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Ansprüche an das Terrarium:

Da diese Art wie schon gesagt nicht sonderlich groß wird, reicht ein Becken mit den Maßen 100 X 50 X 30-40 cm (L X B X H) für adulte Tiere vollauf aus.  Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass Python regius in flacheren Becken besser gedeiht und williger frisst. Da die Tiere in der freien Natur oft in Termitenbauten und Baumstümpfen leben, entsprechen hohe Terrarien nicht den Gegebenheiten, die der Königspython braucht, um sich wohlzufühlen. Klettermöglichkeiten werden für eine artgerechte Haltung nicht benötigt. Mehrere Versteckmöglichkeiten sollten in unterschiedlicher Temperaturbereichen liegen, dort verbringen die Tiere den Großteil des Tages. Wie alle Schlangen bevorzugen Königspythons Verstecke, die ihnen engen Körperkontakt bieten, deshalb sollte der Versteckplatz nicht zu groß sein (z.B. ein umgedrehtes Stück Borke usw.). Eine Wetbox sollte in keinem Königspython-Terrarium fehlen. Dazu stellt man eine dem Tier angepasste Plastik-Box mit Schlupfloch, die man z.B. mit leicht feuchtem Moos füllt.
Ein kleines Wasserbecken ist ebenfalls notwendig, dieses wird von gesunden und korrekt gehaltenen Tieren aber nur zum Stillen des Durstes und nicht zum Baden genutzt. Wenn der Python häufig im Wasserbecken liegt, sollte man die Temperaturen kontrollieren und das Tier auf Milbenbefall untersuchen.

Bodengrund:

Als Substrat kann man im ganzen Becken entweder Borkenstreu,  Rindenmulch, Terrarienerde oder trockenes Spaghnum-Moos verwenden. Ich persönlich verwende Borkenstreu oder feines Kleintierstreu (z.B. ms reptiwood fine).
Bei der Fütterung sollte man unabhängig vom verwendeten Bodengrund darauf achten, dass die Tiere nicht zuviel des Bodengrundes mitfressen. Weiches Borkenstreu sollte den Magen-Darm-Trakt normalerweise passieren können, ohne Schäden zu hinterlassen. Trotz allem sollte man darauf achten, dass die Schlange nur die Beute verschlingt und nicht den Bodengrund.
Von Buchenhack und anderen, härteren Substratarten rate ich ab, da mitgefressene Stücke möglicherweise den Magen-Darm-Trakt verletzen oder Verstopfungen auslösen können.

Luftfeuchtigkeit:

Die Luftfeuchtigkeit sollte man über die Wetbox im Terrarium regeln. Es ist in der Regel nicht notwendig, das Becken regelmäßig auszusprühen. Für eine erfolgreiche Paarung hat es sich bei einigen Züchtern jedoch bewährt, die Luftfeuchtigkeit im Jahresverlauf zu ändern. Im Spätherbst und Winter werden die Tiere trockener gehalten, da auch in den natürlichen Habitaten zu dieser Zeit die Trockenzeit beginnt. Das Ansteigen der relativen Feuchtigkeit im Frühjahr wird von vielen Züchter als Paarungsauslöser ausgenutzt.

Licht und Heizung:

Königspythons bevorzugen eine Tagestemperatur von 26-32 °C. Man braucht nicht den ganzen Behälter auf diese Temperatur zu erwärmen, die Tiere müssen sich auch in kühlere Bereiche, wo nur Zimmertemperatur herrscht, zurückziehen können.

Nachts sollten die Temperaturen im Frühjahr und Sommer nicht unter 23-24 °C absinken. Ab dem Herbst können die Nachttemperaturen bei 20-22 °C liegen (die Absenkung der Nachttemperaturen sollte mit dem Beginn der Trockenperiode zusammenfallen), dies dient unter anderem als Paarungsanreiz.

Königspythons benötigen wie alle Schlangen kein spezielles Licht, die Beleuchtung dient eigentlich nur dazu, einen Tag/Nacht-Rhythmus zu simulieren, sowie zur Erwärmung der Luft im Becken. Ein bis zwei wärmespendende Reflektorbirnen reichen dazu völlig aus, sollten natürlich entsprechend gesichert sein.

Fütterung von Königspythons:

In der Terraristik-Szene herrscht nach wie vor die Meinung vor, dass der Königspython ein Futterspezialist ist und die Nahrungsverweigerungen bei adulten, geschlechtsreifen Tieren geradezu legendär ist. Dazu sei gesagt, dass der Königspython sich bei der Futteraufnahme im Normalfall nicht anders verhält, als andere Riesenschlangen oder Nattern. Wenn die Pythons gesund sind, fressen sie nur dann nicht, wenn es sich um ein trächtiges Weibchen handelt oder ein paarungswilliges Männchen. Aber warum sind die Diskussionsforen voller Fragen besorgter Schlangenhalter, deren Königspython auch als deutsche Nachzucht, bzw. Farmzucht auf einmal nur noch exotische Beutetiere frisst oder auch monatelang grundlos gar nicht? Warum gilt der Königspython als „schwierig zu vermehren“?

Die Antwort: Die Tiere werden meist in Terrarien gehalten, die für diese Art nur bedingt geeignet ist. Der Königspython lebt in freier Natur zumeist in extrem beengten Verstecken, z.B. Baumstümpfen oder Termitenbauten und verfolgt die „Sit & Wait“-Strategie“, d.h. er wartet, bis etwas fressbares hereinschaut. Hierzulande werden die Schlangen aber meistens in hohen Panoramaterrarien gehalten, was mit dieser Lebensweise natürlich nicht konform ist. Das Resultat: Wenn die Tiere adult sind, verwandeln sie sich von guten Fressern auf einmal in die berüchtigten „Futterspezialisten“, die oft nur soviel fressen, dass sie ihr Körpergewicht halten können, aber nicht soviel, als dass sie Eier ansetzen und sich vermehren können. Nicht ohne Grund muss man bei der schlechten Vermehrungsrate hierzulande noch auf Farmzuchten zurückgreifen. Wenn man über den großen Teich schaut, sieht man schnell, dass sich dort Königspythons wesentlich besser vermehren. Der Grund dafür liegt in dem anderen Ansatz bei der Unterbringung der Schlangen. In Amerika werden die Schlangen meist in sogenannten „Racks“ gehalten, d.h. in Behältern mit einer Grundfläche, die oft „nur“ 100-120 X 50-60 cm beträgt, bei einer maximalen Höhe von 30-50 cm. Das scheint dem Königspythons so zu behagen, dass sich die berüchtigten „Nahrungsspezialisten“ innerhalb von wenigen Monaten zu paarungswilligen „Fressmaschinen“ verwandeln. Diese Behälter sind nur mit dem nötigsten ausgestattet und enthalten meist nur eine Wasserschale, sowie eine Korkrolle zum hineinkriechen. Da diese Behälter meist blickdicht, aber lichtdurchlässig sind, kann sich der stressempfindliche Königspython rundum sicher fühlen. Natürlich steht diese Haltungsweise im Widerspruch zu den allgemeinen Richtlinien, die auf die meisten anderen Schlangenarten auch anzuwenden sind, aber eben nicht beim Königspython. Viele Terrarianer können sich auch nicht mit Gedanken an diese „Legebatteriehaltung“ anfreunden, aber das Verhalten die Zuchtergebnisse sprechen für sich. Es hat sich also bewährt, die Tiere entweder in einzelnen, partiell erwärmten Boxen mit den Maßen zu halten. Wenn man eine Terrarienhaltung bevorzugt, sollte das Becken nur von der Front einsehbar sein und nicht höher als 50 cm gebaut werden. Hohe, umgedrehte Tonschalen und Korkrollen können hier als Versteck dienen.

Natürlich haben einige Halter auch Nachzuchterfolge in Standardterrarien und nicht jeder Python regius entwickelt sich bei dieser Haltung zu einem „Problemfresser“, aber wenn man diese Art erfolgreich und dauerhaft nachzüchten möchte, muss man von dieser Haltungsweise Abstand nehmen und einen Königspython-Lebensraum nicht anhand der gängigen Haltungsrichtlinien einrichten. Solange dieser Umdenkprozess nicht stattfindet und die Tiere weiterhin in hohen Glasterrarien ohne Sichtschutz gehalten werden, sind wir auch weiterhin auf Farmzuchten als Quelle für Nachzuchten angewiesen und müssen uns weiter mit schlechtfressenden und paarungsunwilligen Python regius herumärgern.

mit meinem Pastelbock fing alles an

mit meinem Pastelbock fing alles an Familie - Boidae (Riesenschlange) Unterfamilie - Pythoninae (Pythonartige) Gattung - Python (Pythonschlange) Art - Python regius (Königspython)

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